VdA

Der VdA - ein weiterer Verein in Pickau

Der „VdA Bischofswerda e. V.”, so der vollständige Name, geht auf den ehemaligen Jugendklub am Kreiskulturhaus Bischofswerda zurück, der in den Siebzigern gegründet und ab etwa 1980 den Namen „Verein der Altvorderen” (VdA), trug. Der Name selbst entstand in einer Zeit, da der Jugendklub, der sich bereits damals für den Erhalt der Oberlausitzer Kultur engagierte, Programme durchführte, in denen zum Teil „Äberländer Mundoart” gesprochen wurde. So wurde scherzhafterweise Jugendklub mit „Verein” und Mittzwanziger mit „Altvorderen” übersetzt. Die Truppe war wegen ihrer vielfältigen kulturellen Aktivitäten, etwa dem DDR-offenen „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht”-Turnier der Jugendklubs, das später nach der Wende noch einmal als Europa-Cup gespielt wurde, den legendären Kellerdiskotheken, Konzerten mit namhaften Bands oder den noch heute stattfindenden Camps in Deutschbaselitz, weit über Bischofswerda hinaus bekannt. Damit hat sich, eigentlich eher ungewollt, im Laufe der Zeit das Kürzel „VdA” durch- und im Namen festgesetzt. Damals wie heute sind Pickauer als Mitglieder reichlich vertreten, andere Mitglieder kommen auch aus entfernten Orten. Jetzt ist der VdA als gemeinnützig tätiger Verein in den Bereichen Kultur-, Kinder- und Jugendarbeit tätig und beschäftigt eigene Mitarbeiter.

Neben dem Abenteuercamp in Deutschbaselitz war über 18 Jahre hin das „Vereins-Stübl” in Pickau eines seiner wichtigsten Projekte. Es befand sich bis zum Dezember 2010 im ehemals größten Bauernhof von Pickau, der im Besitz der Familie Lohse ist. Dieser Hof hat eine wechselvolle Geschichte. Beispielsweise brannte 1935 das alte Wohnhaus ab, so dass ein neues gebaut werden musste. Fast 60 Jahre später brannte es wieder auf dem Hof. In den Abendstunden des 17. August 1991 schlug ein Blitz in den Anbau des Wohnhauses, den so genannten Futterschuppen ein. Glücklicherweise konnte die herbeigeeilte Feuerwehr den Brand auf dem Dachboden schnell löschen. Hier entstand kurz darauf die Idee ein „Vereins-Stübl” einzurichten. Diese Vorhaben begeisterte die Vereinsmitglieder und wurde in vielen Arbeitsstunden sehr kreativ umgesetzt wurde. An seiner Ausstattung und am Konzept wurde ständig weitergearbeitet, so dass zuletzt sogar ein Gaststättenbetrieb möglich war. Die rustikale Gestaltung orientierte sich ganz bewusst an der Oberlausitzer und auch an der bäuerlichen Tradition der Region. Damit war ein „uriger” Ort zum Verweilen und zum Feiern, aber auch für interessante Vorträge, direkt im Herzen des alten Dorfes entstanden. Sogar ein eigener Kräuterschnaps war im Angebot.

In den 18 Jahren seines Bestehens fanden im „Stübl” viele Veranstaltungen statt. Sehr bekannt waren die offenen Freitagstreffs, zu denen gelegentlich auch Nachbarn auf ein Bier und einen Schwatz kamen. Aber auch Familienfeiern, thematische Stammtische oder Abende mit spezieller Gastronomie waren beliebt. Sehr intensiv nutzte auch der Freizeit-Reitverein „Hufnagel” den Raum für Versammlungen, Theoriestunden in der Reitausbildung oder für die traditionelle Weihnachtsfeier. Das Projekt „Vereins-Stübl” wurde im Dezember 2010 beendet und das dem Verein gehörende Inventar ausgebaut. Der Grund für die Schließung ist die Kündigung des Mietvertrages durch die Besitzergemeinschaft des Hofes. Derzeit konzentriert sich der Verein auf sein Hauptarbeitsgebiet, das touristische Projekt „aktiv-erlebnis lausitz”, zu dem auch das Abenteuercamp gehört und führt gleichzeitig Veranstaltungen mit einer eigens entwickelten mobilen Gastronomievariante durch. Das Lager des Vereins befindet sich weiterhin in Pickau.