Eingemeindung

Die Eingemeindung - Wir sind Stadt!

Ein wichtiges Jahr für das Wohngebiet war das Jahr 1974. Geißmannsdorf mit Pickau wurde zur Stadt Bischofswerda eingemeindet. Damit fiel auch die territoriale Trennung zur Siedlung, die vom Baubeginn an zur Stadt Bischofswerda gehörte, weg. Entscheidungen zum Wohngebiet lagen nun auf einem Tisch und konnten nicht mehr so ohne Weiteres von den verschiedenen Verantwortungsträgern hin und hergeschoben werden.

So gingen die Pickauer nach Geißmannsdorf in das Gemeindeamt zur Wahl, während die Siedler zum damaligen Wohnbezirk IV gehörig in der Schule der Stadt wählten. Pickauer Kinder wurden bis 1955 in Geißmannsdorf und die Siedlungskinder in der Stadt eingeschult. Der Taxipreis vom Bahnhof Bischofswerda betrug kurioserweise 5,- Mark für die Siedler und 6,- Mark für die Pickauer. Das lag daran, dass damals die Siedlung zur Stadt gehörte und Pickau zu Geißmannsdorf. Obwohl nur der Pickauer Dorfweg dazwischen lag, musste eine andere Preiskategorie angewendet werden. Im Wohngebiet gab es eine Verkaufsstelle, eine Poststelle aber keine Gastwirtschaft. Der kleine Ortsteil hat in der DDR-Zeit durch ständigen Druck auf staatliche Stellen und eine sehr aktive Arbeit engagierter Einwohner vieles erreichen können. So konnte man durchaus stolz darauf sein, in diesen Wohngebiet zu leben. Dabei war Pickau keine „Insel der Glückseligkeit”, in der alles in Ordnung war. Die Mängel dieser Zeit fand man natürlich auch hier. Die Straßen im Wohngebiet waren stellenweise eine regelrechte Schande. Mancherorts waren selbst Feldwege besser ausgebaut. Die Bürger mussten sich also oft selber helfen. So wurde auf der Lindenallee zwei Ausweichstellen gebaut und die größten Löcher in der Ludwig-Richter-Straße in Eigenleistung mit Splitt und Steinmehl verfüllt, um wenigstens den erhöhten Anforderungen des Straßenverkehrs halbwegs gerecht zu werden. Praktische Hilfe kam dabei meist nur von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) aus dem benachbarten Geißmannsdorf, während sich die Stadt auf das Genehmigungsverfahren beschränkte. Auf einen anständigen Ausbau der Straßen musste noch lange gewartet werden.