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Pickau zum Ortsteil erhoben

Lange Jahre fristete unser Pickau sein Dasein als Ortslage innerhalb von Bischofswerda. Seit dem 2. Oktober erhielt Pickau nun stillschweigend den Status eines Ortsteiles.

Pickau war nie so richtig ein Ortsteil von Bischofswerda. Seit seinem Verkauf an die Stadt Bischofswerda im Jahre 1544 war Pickau, das ehedem stolze, politisch bedeutsame und wirtschaftlich starke Rittergut, nie wieder eigenständig. Bis 1836 wurde das Gut samt Ländereien stets von der Stadt verpachtet. Nach der Auflassung des Ritterguts bildete Pickau von 1839 bis 1973 einen Gemeindeverband mit Geißmannsdorf. Ab 1935 wurden die Siedlungshäuser gebaut, welche zu Bischofswerda gehörten und aus Pickau ein geteiltes Wohngebiet machten: halb Geißmannsdorf, halb Bischofswerda. 1974 schließlich wurde Geißmannsdorf nach Bischofswerda eingemeindet. Pickau behielt jedoch seinen merkwürdigen Status als eigentlich nirgendwo recht zugehörig. Möglicherweise hat sich dadurch auch der eigenständige Stolz des Wohngebietes, der hier und da zu spüren ist, herausgeprägt. Von einem eigenständigen Ortsteil wollte jedoch weder zu DDR-Zeiten noch nach der Wende jemand sprechen. 

Auch auf Betreiben von Mitgliedern des heutigen Historischen Stammtischs Pickau hin wurden schließlich 1995 zwei Ortshinweistafeln (StVO Zeichen 385) aufgestellt, die den Namen des Wohngebietes erstmals auch nach außen hin Kund taten und das Wohngebiet damit zur „Ortslage” machten.

Heute, am 2. Oktober 2019, wurden diese beiden Schilder gegen zwei richtige Ortstafeln (StVO Zeichen 310) ausgetauscht und damit Pickau in den Status einer „Ortschaft” erhoben. Eine Ortschaft innerhalb einer übergeordneten Gemeinde, der Stadt Bischofswerda, ist aber ein „Ortsteil”. Dies war Pickau eigentlich nie, ist es aber nun klammheimlich geworden.

Der Volksmund, vor allem aber auch die Pickauer, haben unser Wohngebiet nie als „Ortslage” sondern immer als „Ortsteil” bezeichnet. Mit den neuen Verkehrsschildern ist der Name „Ortsteil Pickau” nun auch offiziell.